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Andreas Müller

Unrecht wahrnehmen

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Ich habe im Supermarkt ein Gebäck gekauft – frisch verpackt lockt es im Regal die Käuferinnen an. Schnell verschwindet es im Einkaufskorb und wird an der Kasse bezahlt. Ich freue mich auf den Kaffee mit der Freundin. Doch welche Enttäuschung: Die Plätzchen sind verschimmelt. Weg damit! Zum Glück habe ich noch etwas Essbares im Vorrat. Soll ich nun die verdorbene Süßigkeit vergessen? Wie viele Kunden haben schon zugegriffen und warfen fort, was sie bezahlt hatten? Es war ja nicht teuer, sagt meine innere Stimme. Und dennoch: Vielleicht sind die Verantwortlichen völlig unwissend. Wie kann ich es ihnen sagen, klar und fair, die Ware zurückbringen und das Geld freundlich zurückfordern?

Vielleicht ist es heute so weit, Unrechtes aufzudecken, statt unter den Tisch zu kehren. Ohne Umschweife die Dinge beim Namen zu nennen. Mutig zu sein und trotzdem ganz natürlich zu bleiben. Mit freundlichen Worten kann man alles sagen – auch Unangenehmes und Peinliches.

© Vreni Merz († 2011)

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