Kommentare

  1. Avatar von Gabriela D'Amico
    Lieber Alexander,

    ich gebe zu, dass ich in meiner Aufregung dann doch zu wenig geschrieben habe ... Ich sehe es genauso wie du, dass jede Art der Beschneidung (und nicht nur die am physischen Körper!) ein Vergehen am Menschen ist... Was ich mit meinem Posting sagen wollte ist, dass eine Überschrift wie die deine sich für mich wie eine Schlagzeile in der Boulevardpresse liest (und das war für mich der Aufreger!), und dann meine Emotionen auf den Siedepunkt bringt... Mit deiner Antwort (mit der ich genauso "gerechnet" habe) hast du für mich wieder das Gleichgewicht hergestellt, danke dafür!

    Beste Grüße

    Gabriela
  2. Avatar von Alexander Gottwald
    Liebe Gabriela

    danke für diese Gelegenheit, mit dem Thema weiter zu reinigen. Hast Du meinen Blogpost Beschneidung ist Genitalverstümmelung - auch bei Jungs! denn gelesen? Ich heiße keinerlei Beschneidung bei wem auch immer gut! Ich habe nirgends gesagt, dass Mädchen bzw. Frauen sich nicht so anstellen sollen...

    Es geht vielmehr darum, zu erkennen, dass wir vielfache Traditionen sexueller Gewalt gegen Babys und Kleinkinder beiderlei Geschlechts (!) auf diesem Planeten haben. Wenn wir diese überwinden wollen, muss das aus meiner Sicht zwangläufig auch für beide Geschlechter geschehen ...

    Die unzähligen ohne Betäubung vorgenommenen Beschneidungen bei Jungen (nicht nur in dritte Welt-Ländern sondern insbesondere z.B. in den USA!) erzeugen meiner Meinung nach kaum eine sexuelle Funktionalität, die in Paarbeziehungen zu harmonischer Sexualität führen kann ... in den USA wird z.B. die enge Beschneidung analog zur gängigen Praxis im Judentum durchgeführt, was dazu führt, dass für das Lustempfinden wesentliche Teile, die in etwa Punkt I Deiner Aufzählung entsprechen, entfernt werden ...

    Dass im Islam eine extreme frauenfeindliche Tradition besteht, die Frauen dazu bringt, das, was sie an sich selbst erlitten haben (und was Du detailliert in den auf I folgenden Punkten beschrieben hast), dann auch wieder an den folgenden Generationen auszuüben, stelle ich keinesfalls in Abrede und auch nicht, dass die hier zugefügten Traumatisierungen noch über die bei Jungen hinausgehen. Ich bin ja auch nicht gerade ein Freund institutioneller Religionen, wie Du vermutlich weißt ... Interessant finde ich im Übrigen schon, dass es die These gibt, nach der die Beschneidung von Männern in Ägypten eingeführt worden sei, um Sklaven zu demütigen und kenntlich zu machen... die Hebräer waren ägyptische Sklaven ... dass diese dann die eigene erlittene Verstümmelung im Nachhinein spiritualisieren und als Zeichen des "Bundes mit Gott" darstellen, zeigt nur einmal mehr, dass traumatisierte Menschen auch wieder andere Menschen traumatisieren werden, wenn sie ihre eigene Traumatisierung nicht heilen.

    Ich hoffe, jetzt ist deutlicher geworden, dass es mir nicht darum geht, die Beschneidung von Mädchen zu verharmlosen oder gar als weniger schlimm wie die bei Jungen zu bezeichnen oder darzustellen ... mein Anliegen ist schlicht, dass es endlich dazu kommt, Beschneidung jeglicher Art weltweit zu überwinden, wobei dies wie schon in meinem verlinkten Artikel meiner Meinung nach nur durch einen umfassenden Bewusstseinswandel möglich ist ...

    Alles (IST) Liebe,

    Alexander
  3. Avatar von Gabriela D'Amico
    Lieber Alexander,

    allein der Titel ist für mich ein absoluter Aufreger - Was stellen sich die Frauen denn so an, wir armen Männer sind weitaus mehr betroffen... ???!!!
    Sorry, ich will dir sicher nicht zu nahe treten und die Schwierigkeiten, Schmerzen, Traumatisierungen, die du beschreibst möchte ich auch nicht in Frage stellen, aber weißt du tatsächlich wovon du schreibst, wenn du die Beschneidung eines Jungen mit der Verstümmelung eines Mädchens gleichsetzt???
    Mehr als das, was jetzt folgt, muss ich nicht hier posten!!!

    Gabriela


    Formen des Eingriffs

    Typ I : vollständige Entfernung der Klitorisvorhaut mit oder ohne teilweiser oder vollständiger Entfernung des äußeren Teils Klitoris. Siehe auch Klitoridektomie.

    Typ II : vollständige Entfernung der inneren Schamlippen (labia minora) mit oder ohne teilweiser oder vollständiger Entfernung des äußeren Teils der Klitoris

    Typ III: vollständige Entfernung der kleinen Schamlippen, des äußeren Teils der Klitoris und der Klitorisvorhaut sowie anschließendes Vernähen der großen Schamlippen (Infibulation)

    Typ IV: hierbei handelt es sich um eine Restkategorie, in die verschiedene permanente und nicht-permanente rituelle Eingriffe an den weiblichen Genitalien fallen, wie eine Kauterisierung des Gewebes, Abschaben (angurya) oder Einschneiden (gishiri) von Vaginalgewebe, das Einführen von Kräutern zum Verengen der Vagina oder die symbolische Gewinnung einiger Blutstropfen.

    Diese Klassifizierungen dienen lediglich als grobe Unterteilung. In der Realität existieren weitere Varianten in Form der Kombination unterschiedlicher Eingriffe.

    Zudem existieren einige medizinische Begriffe für bestimmte rituelle Eingriffe:

    Introzision: Das Einschneiden des Scheideneingangs und/oder des Hymens.

    Infibulation (Synonym: pharaonische Beschneidung): Diese invasivste Form ist verbreitet in Somalia, in Dschibuti und im Norden Sudans, in einigen Regionen Ägyptens, Äthiopiens und weiter westlich in Mali. Es werden der äußere Teil der Klitoris sowie die inneren und äußeren Schamlippen entfernt und die beiden Seiten der Vulva so zusammengenäht, dass die verbliebene Haut zu einer Brücke über der Vaginalöffnung und dem Ausgang der Harnröhre zusammenwächst. Indem bei der Wundvernähung ein Strohhalm oder ähnliches eingelegt wird, wächst die Wunde bis auf eine kleine Öffnung zu. Durch diese knapp erbsengroße Öffnung müssen Urin, Menstruationsblut und Vaginalsekrete austreten können, durch die Behinderung dieser Vorgänge kommt es zu zusätzlichen Schmerzen und Infektionsrisiken. Nach dem Eingriff werden die Betroffenen von den Knöcheln an bis zur Hüfte bandagiert, bis die Wunde verheilt ist. Dies kann bis zu vier Wochen dauern.
    Der Infibulation folgen die

    Defibulation: die Wiedererweiterung einer infubilierten Vaginalöffnung. Dies ist oft nötig, um den Geschlechtsverkehr zu ermöglichen. Gelingt dem (Ehe-)Mann die Öffnung der Vagina durch Penetration nicht, wird die infibulierte Vagina von ihm – seltener von einer Beschneiderin – mit einem Messer oder einem anderen scharfen Gegenstand defibuliert. Zur Entbindung ist oft eine zusätzliche weitreichendere Defibulation notwendig.

    Reinfibulation (Synonym: Refibulation): die erneute Infibulation. Nach einer Geburt wird die Vagina, die für die Geburt defibuliert wurde, in vielen Fällen nach Entfernung der Narbenränder erneut infibuliert. Nach mehreren Wiederholungen ist unter Umständen kein geeignetes Gewebe mehr für eine erneute Reinfibulation vorhanden.
  4. Avatar von Alexander Gottwald
    Liebe Jeanette
    danke für Deine Rückmeldung zur Leberreinigung. Mach Dir da keine zu großen Hoffnungen, denn es ist eher unwahrscheinlich, dass Dein Hausarzt der Methode gegenüber offen ist, es sei denn, er ist ein sehr freier und unabhängig denkender Arzt, der nach Wirksamkeit schaut und nicht danach, was ihm die Pharmaindustrie in seine Agenda schreibt, weil er sich von ihr gut bezahlen lässt ...
    Im Mitgliederbereich findest Du ja einen umfassenden Thread zum Thema Leberreinigung, in dem Du auch ein Skript mit Anleitung dazu findest, falls Du es selbst ausprobieren magst ...
    Alles (IST) Liebe,
    Alexander
  5. Avatar von Jeanette David
    Lieber Alexander ich habe mir gerade deine Seite von der Leberreinigung angesehen,es ist ja sehr heftig was da passierte, ich werde auch mal mit unseren Hausarzt über Leberreinigung sprechen schaden kann es ja nicht.Es ist aber schön das es dir nun wieder gut geht.
    Alles liebe von Jeanette
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